KegelTour 2004

Der Präsident Markus Schmitz und sein Vize Heiko Stienen haben sich nach alter Kegelausflug Sitte auch im Jahr 2004 wieder was Nettes für die Mannen ausgedacht. Damit es für alle auch spannend blieb, wurde bis zum Schluss nicht verraten wo es hingeht – nämlich zur größten Kegelparty Europas in die Münsterlandhalle. Das musste einfach gut werden: Die größte Kegelclubparty Europas trifft den geilsten Kegelclub der Welt: KC MIB.
Aber fangen wir chronologisch an.
Wir schreiben den 20. Nov. 2004, morgens halb 10 in Walbeck.
Eine Truppe gutgelaunter Kegelbrüder wartet gemeinsam auf den Bus, der zu Schulzeiten kurz 069 genannt wurde.
Hausaufgaben waren natürlich nicht mehr zu erledigen, so fuhr man ganz entspannt nach Geldern. Dort angekommen empfing man die restliche Mannschaft am vereinbarten Treffpunkt – dem Supershoppingmegacenter Kaufland. Damit der Laden erstmal von uns eingeweiht werden konnte, wurde zunächst das dort installierte Bistro geentert und der Morgen mit frischen Brötchen und Hefeteilchen eröffnet. Währenddessen schlenderte das Führungsduo in den heiligen Kauflandhallen umher um noch das nötigste für die bevorstehende Fahrt einzukaufen: Bier, Bier und eine Girlande mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen.“
Diese spielte dann auch eine wichtige Rolle auf unserer anschließenden Zugfahrt Richtung Köln. Da wir ja ein netter Kegelclub sind, wurden alle Mitreisenden mit der quer durch den Gang gespannten Girlande herzlich von uns begrüßt. Mancher Schaffner und Querulant hat das dann trotzdem irgendwie missverstanden, so dass wir uns gezwungen sahen, die Begrüßung mit Hilfe des 200 Watt Ghettoblasters von Litze und ordentlichen Schlager- und Fußballliedern zu singen.
Aber es gab auch nette Mitfahrer, wie zum Beispiel der junge Mann, der bereitwillig mithalf unseren selbst gemachten Turmgeist zu vernichten. Anschließend musste er allerdings sichtlich angeschlagen den Zug verlassen. Aber er hatte Spaß und das zählt. Auch zwei nette Blondinen setzen sich freiwillig in unser Abteil.
Der Präsi war daraufhin so was von abgelenkt, dass er den größten Faux Pas seines Lebens beging (laut eigener Aussage) und den Rucksack samt des wertvollen Inhalts (Eintrittskarten für die Kegelparty, 2 Kegelpoloshirts, sowie Portemonnaie und Personalausweis) im Zug stehen ließ. Dies wurde leider erst bemerkt, als wir in der Kölner Bahnhofshalle standen und der Zug bereits wieder unterwegs war.
Die nächsten Stunden waren erst einmal gelaufen (zumindest für Maggi und Mattes). Etwas genervt und fluchend suchte der Mann, der immer einen kühlen Kopf bewahrt, mit dem Präsi das Fundbüro der DB AG im Kölner Bahnhof auf. An dieser Stelle noch einmal vielen für deine Hilfe Mc. Matt! Nach mehrstündigem Aufenthalt, den Mc Matt mit schnell gekauften Erfrischungsgetränken versüßte hatten wir endlich Gewissheit: Der Zug hatte seinen Zielbahnhof erreicht – Maggis Rucksack leider nicht.
Währendessen hatte es sich der Rest vom Kegelclub bereits im Früh Kölsch Keller am runden Tisch gemütlich gemacht. Bei einem Fass Bier wurde lustigen Trinkspielchen zelebriert.
Diese Spielchen waren so anstrengend, dass Andre L. aka. Häuptling Spritt sich erstmal zum abschnarchen an den Nebentisch legen musste – vielleicht hat er aber auch nur spirituellen Kontakt zu unserem verschollenen Rucksack aufgenommen – wer weiß das schon so genau.
Auch die lautstarke Begrüßung der mittlerweile eingetroffenen Task Force „Rucksack“, sowie die (in der Kneipe verbotenen) Gesänge des Nachbartisches zeigten bei ihm keine Wirkung.
Pünktlich zum Aufbruch war er jedenfalls wieder fit (augenscheinlich), so dass wir, nachdem Heiko sich noch schnell am Tisch die Zähne geputzt hatte, wieder Richtung Bahnhof spazieren konnten. Dort angekommen wurde die Übertragung der Ergebnisse des Bundesligaspieltages schnell für eine spontane Session in der Bahnhofshalle genutzt. Es bildete sich schnell eine bunt gemischte Truppe von Penner bis Polizist um den von Litze in Position gebrachten Ghettoblaster. Nachdem alle Spiele verkündet und die Truppe wieder vollzählig war, ging es wieder in den Zug. Diesmal war das Fahrtziel Münster, so dass spätestens jetzt jeder ahnte: Wir fahren zur Kegelparty.
Auch auf dieser Fahrt haben wir nette Damen getroffen. Sie eroberten schnell Litzes Fußballerherz durch Textsicherheit bei Schalker Schlachtrufen und Fanliedern. Eine neue Freundschaft war geboren.
Diese besteht bis heute, die Schalker Mädels tragen sich immer noch gelegentlich in unser Gästebuch auf unserer Homepage ein.
Nachdem wir in Münster angekommen waren, ging es nach kurzem verbalen Schlagabtausch mit Dortmunder Fußballfans per Fußmarsch zur Münsterlandhalle. Als reichster Kegelclub der Welt war selbst nach dem Kauf neuer Eintrittskarten noch genügend Geld übrig um die ansässige Getränkeindustrie zu unterstützen. Bei „Hau den Lukas“ – einem Berentzen Promotionstand mit Original Berentzen Nordlicht Cowboy - konnte jeder sein handwerkliches Talent unter Beweis stellen und versuchen einen der mehr oder weniger attraktiven Preise zu gewinnen.
Keinen Preis, aber ein anerkennendes Schulterklopfen aller Zuschauer gab es für Andre L., der es auch mit seinem Restalkohol im Blut locker schaffte, die Highscore der wandelnden Alkoholtestautomaten zu knacken.
Es wurde viel geboten auf dieser Party. Auch fürs Auge: Eine bayerische Mädelsband zum Beispiel , die von Lied zu Lied weniger Stimme und Klamotten boten. Von den attraktiven Krankenschwestern auf der Bühne wäre wohl manch einer gern verarztet worden.
Die leckeren Alkopops förderten schließlich aber auch die zwischenmenschliche Kommunikation im Publikum. Der damalige Präses ging in die Vollen und lernte prompt eine Polizistin kennen. Er hat wohl ein Faible für Handschellen. Als ganz großer Sport stellte sich für Maggi auch eine Plastikpistole heraus, die sich wunderbar dazu eignete fremde Damen anzusprechen und sich mit erhobenen Händen zu präsentieren. Bekannte aus der heimatlichen Umgebung traf man witzigerweise auch. Manchmal ließ dies vor Schreck schon einmal die Haare wachsen.
Zu späterer Stunde wurde dann die in der Nebenhalle aufgebaute Kirmes aufgesucht. Als erstes wurde die Kraft, falls (noch) vorhanden an den aufgehängten Automaten getestet. Der Selbstfahrerbesuch fehlte ebenso nicht.
Bei der Siegerehrung des am Nachmittag ausgetragenen Kampfkegelns (wir waren leider nicht eingeladen) hat sich Emil kurzerhand mit feiern lassen.
Zu Recht: Hätte der KC MIB am Contest teilgenommen, wären wir mit Sicherheit disqualifiziert worden, so wie es die Statuten der Kegelparty angeben: Teilnehmer, der Ergebnisse auf Profi-Kegler rück schließen lassen werden vom Wettkampf ausgeschlossen. Und da wir ja alle Top-Kegler sind, auch wenn es nur im Hobbybereich ist, kann man damit rechnen dass wir ausgeschlossen worden wären.
Aufregung gab es noch in der Garderobe: Tele wollte vorzeitig seine Jacke abholen, der Bon war aber noch mit einem anderen Kegelbruder unterwegs. Auch heftiges Diskutieren mit der Garderobendame half da nichts. Bevor unschöne Worte fielen haben wir Tele beruhigt, und uns brav bei der Dame entschuldigt. Mit ein wenig Verspätung konnte Tele dann seien Jacke in Empfang nehmen.
Eine große Frage tat sich dann noch auf: Hatte Tele zuviel getrunken oder war es die Aufregung, die ihm auf den Magen schlug? Jedenfalls mussten wir auf der Rückfahrt mit dem gemieteten Taxibus außerplanmäßige Stopps einlegen, damit Tele sich alles noch mal durch den Kopf gehen lassen konnte. Aus dunklen Kreisen hörten wir dass er zu Hause damit weiter gemacht hat.
Im Großen und Ganzen war es eine spaßige Tour, Europas größte Kegelparty muss man als Club mindestens einmal besucht haben.
Und die Moral von der Geschicht:
Trinke viel und lass dich gehen, nur den Rucksack lass nicht stehen.
© by Maggi, Ratte & McMatt